Diplomatie – Freigelassene US- Journalistinnen danken
früherem Präsidenten nach der Rückkehr ein die Heimat unter Tränen
WASHINGTON. Nach ihrer Freilassung aus nordkoreanischer
Haft sind die beiden US- Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee am
Mittwoch gemeinsam mit dem früheren Präsidenten Bill Clinton an Bord
einer Sondermaschine nach Amerika zurückgekehrt. In einer bewegenden
Ansprache dankten die Frauen Clinton, der am Vortag nach Pjöngjang
gereist war, für seine Vermittlungsarbeit
"Wir wollen unsere tiefste Dankbarkeit zum Ausdruck
bringen", sagte Ling nach der Landung in Los Angeles unter Tränen, "Die
letzten 140 Tage waren der schwierigste, die bitterste Zeit in unseren
Leben." Clinton und sein Team hätten wundervoll" gehandelt.
US-Präsident Barack Obama schloss sich dem Dank an.
Clinton habe "außerordentliche Arbeit" geleistet, sagte Obama im Weißen
Haus. Die Heimkehr der Reporterinnen sei "ein Grund zur Freude für das
ganze Land"
Der ehemalige Vize-Präsident Al Gore - er hatte den
Sender mitgegründet, den Ling und Lee arbeiteten – bedankte sich
ausdrücklich auch bei Obama für dessen Unterstützung. Clinton, Ehemann
von Außenministerin Hillary Clinton, war in Pjöngjang für mehr als drei
Stunden mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong 11
zusammengetroffen, der die beiden Frauen begnadigte. Die Reporterinnen
waren Mitte März an der Grenze zwischen Nordkorea und China festgenommen
worden.
Obwohl das Weiße Haus offiziell von einer rein
humanitären Reise sprach, mehren sich in Washington Spekulationen über
mögliche politische Folgen der Mission für den Konflikt um Nordkoreas
Atomprogramm. Nach unbestätigten Berichten hoffen US-
Regierungsvertreter auf die Rück kehr Pjöngjangs an den
Verhandlungstisch.