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ی 16/10/2008 .

 

Afghanische Wahrheiten

 

Von Werner Kolhoff, Berlin

 

Was kann der westen in Afghanistan erreichen? Demokratie? 2005 gab es freie Wahlen, doch die Macht der Regierung Karsai reicht bis heute kaum ber Kabul hinaus. Freiheit fr die Menschen, Gleichberichtigung fr die Frauen? Oft haben deutsche Regierungsvertreter hervorgehoben, wie schön es sei, dass Millionen von afghanischen Mädchen jetzt wieder zur Schule gehen könnten. Aber sie können es nur dort, wo westliche Truppen sind. Rechtstaatlichkeit? Der Drogenanbau hat Rekord-Dimensionen angenommen und finanziert die Warlords. Justiz und Polizei sind schwach und oft korrupt. Wie auch große Teile der Regierung.

Heute wird der Bundestag den Bundeswehreinsatz ein weiteres Mal verlängern, diesmal um 14 Monate, und dabei das Kontingent auf 4500 Soldaten erhöhen. Inzwischen ist die schmalste denkbare Basis zusammengeschrumpft. Sie lautet: Wir können zwar den Krieg nicht gewinnen, drfen ihn aber nicht verlieren. Denn mit den Taliban kämen auch die Terroristen zurck. Das ist richtig. Aber diese Argumentation beschreibt das blutige Gleichgewicht eines nicht entscheidbaren Krieges. Mit ihr kann die Bundeswehr noch ewig in Afghanistan bleiben. Mit ihr werden noch viele Soldaten nur noch tot nach Hause kommen.

 Der Glaube, man könne aus einer Stammesgesellschat mit feudalen Strukturen, mit starken islamischen und islamischen Strömungen und mit einer durch endlose Kriege und Brgerkriege zerstörten Kultur schnell einen modernen Staat machen, erweist sich als Illusion. Wenn die westliche Gemeinschaft das ernsthaft gewollt hätte ihre Aktionen, diplomatisch wie militärisch, ausweiten mssen auf Pakistan und Iran, von wo aus die Lage immer wieder destabilisiert wird. Keine Nation war und ist zu einer solchen Kraftanstrengung bereit.

Jetzt zeigt sich: Der Blutzoll ist hoch, der Ausgang zu ungewiss, als dass man das Bild eines demokratischen und modernen islamischen Landes in Vorderasien noch lange aufrechterhalten könnte. Das dämmert langsam auch dem Westen. Nach und nach werden die Visionen reduziert.

Mit westlicher Billigung hat die Regierung Karsai jetzt erste Kontakte zu den Taliban aufgenommen. Hier bahnt sich unausgesprochen eine neue Zieldefinition an, mit der man sich irgendwann auch wieder aus dem Land zurckziehen kann: Afghanistan soll nur noch ein Staat werden, von dem keine unmittelbare Gefahr mehr fr den Westen ausgeht. Nicht weniger, vor allen Dingen aber auch nicht mehr. Das setzt ein Machtsystem voraus, das wieder so afghanisch ist wie ehedem. Mit den Paschtunen, mit den Chefs der Glans und mit den Taliban. Also auch mit der Scharia und mit der Unterdrckung der Frauen. Ein Land, in Schach gehalten von westlichem Geld und vielleicht westlichem Militär im Hintergrund.

Und die Politiker werden irgendwann sagen mssen: Vergesst die Mädchen von Kabul. Hauptsache, unsere Soldaten kommen wieder lebend nach Hause.

 

Darmstädter Echo vom 16.10.2008 Seite: 2

 

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